Allgemeines & Definition
PennHIP steht für Pennsylvania Hip Improvement Program und wurde von Prof. Dr. Gail Smith (University of Pennsylvania) und seinem ambitionierten Team entwickelt, um die Röntgendiagnostik der Hüftgelenke v.a. bei Hunden zu verbessern.
Dabei wird über die Maßgabe der in den USA den Röntgenstandard für Hundehüften und die Ermittlung der Hüftgelenkdysplasie (HD) definierenden Orthopedic Foundation for Animals (OFA) hinaus die Lockerheit der Hüftgelenke (Laxität) in einem standardisierten Verfahren gemessen.Die Empfehlungen der OFA basieren auf den u.a. in den europäischen Ländern praktizierten Röntgenstandards der FCI - Fédération Cynologique Internationale.
Zuchtverbände weltweit nehmen den Röntgenstandard der FCI- / OFA-empfohlenen „Hyperextensionslagerung“ (Aufnahme mit gestreckten Gliedmaßen) als Basis der Zuchtbewertung der Hüftgelenke von Hunden.
Nach mehreren Jahrzehnten der Zuchtselektion nach diesen Maßgaben sehen wir als orthopädische Praxen sowie viele uns durch über 10 Jahre Seminartätigkeit bekannte und mit uns kooperierende, orthopädisch arbeitende Tierärztinnen und Tierärzte keine maßgeblichen Erfolge in Hinsicht auf Verbesserung des Genpools und Reduktion der Hüftgelenkdysplasie (HD).
Dieser Umstand ist wohlgemerkt nicht allein auf die reduzierte Aussagekraft der FCI- / OFAempfohlenen„Hyperextensionslagerung“ zurück zu führen, sondern muss ein großer Teil dieses Misserfolgs auch einigen Zuchtverbänden angelastet werden, wenn in den Statuten beispielsweise vorgesehen ist, nicht nur phänotypisch HD-freie Tiere zur züchterischen Verwendung zuzulassen („A-Hüften“), sondern auch Tiere mit geringen Anzeichen einer HD („BHüften“) bis hin zu HD-auffälligen Tieren mit „C-Hüften“, verknüpft mit Zuchtauflagen.
Auf diese Weise ist es im Laufe der Jahre dazu gekommen, dass nach Messung dieser Hüftgelenke nach PennHIP mittlerweile 95% der in der University of Pennsylvania statistisch erfassten Labradorpopulationen HD-belastet sind. Studien der University of Pennsylvania zur Aussagekraft des bislang gültigen Zuchtröntgens zeigen, dass selbst bei Zuchtselektion von Labrador Retrievern mit rein FCI- / OFA-basierten A-Hüften eine Chance von 80% zur Entwicklung von Osteoarthrosen der Hüftgelenke besteht.
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